khm arbeitet konzeptionell.

Er entwirft Ordnungssysteme für eine chaotische Welt und bedient sich dabei der Bildenden Kunst und ihrer Grenzbereiche zur Literatur und zur Musik.

Die von ihm benutzten Medien reichen dabei von der Zeichnung über Collage, Fotografie, Computergrafik, Rauminstallation bis zum Video. In Performances arbeitet er mit Musikern zusammen.

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der große unordentliche in einer ordentlichen zeit zu besuch bei EnzymKultur

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Texte von Kunsthistorikern, Fachjournalisten und Kuratoren zu den Arbeiten von Karl-Heinz Mauermann:

Die Kunsthistorikerin Karin Stempel, Direktorin des Städtischen Museums Mülheim an der Ruhr, Rektorin an der Kunsthochschule Kassel, Kunstkonzept für das ehemalige Reichstagsgebäude in Berlin u.a., schrieb:

„Ja oder Nein, An oder Aus – der Benutzer von Mauermanns Automaten und Halbautomaten befindet sich in einer permanenten Entscheidungsneurose; mehr noch, die Logik der Automaten unterläuft die Logik des Benutzers, obwohl keine Betriebsstörungen vorkommen. Ganz im Gegenteil. … Geben Sie es zu: Mauermanns banale Apparate haben Sie ausgetrickst. Immer ist alles ganz anders als erwartet, auch wenn immer alles ganz so ist, wie man es hätte erwarten können.“   READ  MORE

Necmi Sönmez, Kurator für zeitgenössische Kunst am Museum Folkwang schrieb:

„Mauermann spielt in dieser Arbeit (Goldener Tisch für den Oberbürgermeister der Stadt Essen) mit einer Bandbreite sich teilweise kommentierender, auch Widersprüche aufdeckender Konnotationen. Diese beginnen bei der sich im Essener Münsterschatz befindenden „Goldenen Madonna“ … Sie reichen über Anspielungen auf den Strukturwandel im Revier, über böse Kommentare zur Großmannssucht der Revierstädte, die sich gegenseitig zu übertreffen versuchen, über die Hommage an die Arbeiterschaft, auf deren Fleiß sich der ehemalige Wohlstand der Region gründete, bis hin zum Antagonismus, daß der Oberbürgermeister angesichts eines Millionenlochs in der Stadtkasse am goldenen Tische sitzt.“     READ  MORE

Der Kunstkritiker Jürgen Raap schrieb im Kunstforum:

„Schlachtfeste feierte man früher traditionell in den letzten fünf Wochen vor Weihnachten. Im Spätherbst wurde vor dem Winter zum letzten Mal geschlachtet. … Bei der Stallhaltung von Zuchtvieh ignoriert man heute diese natürlichen Zyklen. … Was seit Pieter Brueghel die niederländische Malerei an Schlachtfest-Darstellungen überliefert hat, vermittelt uns ein anschauliches Bild von jenem Treiben. … Hermann Nitsch verweist in seinen Schlachtritualen zwar auch auf die Volkskultur, romantisiert aber keineswegs das bäuerliche Leben, das auch in Österreich seit einigen Jahren nach EU-Normen abläuft. Allerdings gibt es umgekehrt in der zeitgenössischen Kunst so gut wie keine Bilder von den Zerlegekolonnen, die auf den modernen Schlachthöfen im Akkord arbeiten. …

Der Künstler Karl-Heinz Mauermann lud für August/September 2000 „arrivierte Künstler und Newcomer“ zur Ausstellung „Hoch lebe das edle Handwerk der Schlächter“ auf dem Hof einer ehemaligen Essener Metzgerei ein. Der Titel steht auf einer Schrifttafel, mit der sich im Jahre 1913 die Bediensteten des Essener Schlachthofes fotografieren ließen.

Bereits seit 1996 hatte Mauermann Jahr für Jahr in jedem Sommer Künstlerkollegen die Möglichkeit geboten, mit ihren Arbeiten „auf den bizarren Charme“ der ehemaligen Fleischerei zu reagieren.“   READ  MORE

Helen Koriath, Kuratorin und Kunstwissenschaftlerin, schrieb zur Ausstellung WASSERFEUERMENSCH im Museum Folkwang:

„Geht man jetzt einen Schritt weiter und sucht nach einer direkten Thematik von Karl-Heinz Mauermann, dann muß man sagen, daß er sich in der gesamten Kunstgeschichte bedient, bei kultischen Sprachen, bei den Religionen – und auch nicht davor zurückschreckt, Dinge aus dem Alltäglichen aufzugreifen, ganz triviale Gegenstände. … Diese werden jedoch erhöht. Setzt man z.B. diese Mausefalle, einen trivialen Gegenstand, der jedoch ästhetisch, schön geformt ist, auf ein Samtkissen, so bekommt sie eine neue Qualität, wird zur Krone, zu etwas Kostbaren. Man erinnert sich an Zeremonien. Der dazugehörige Text allerdings irritiert. Das ist die nächste Stufe. Es gibt so etwas wie einen Titel. Dann kippt der Text um, es wird eine ganz andere Information gegeben, eine Information, die scheinbar nicht mit dem, was wir sehen, zu tun hat. Diese Irritation möchte ich mit der Arbeitsweise der Surrealisten vergleichen, die ihren Arbeiten, Bildern, Skulpturen ganz gezielt Titel gaben, die eben nicht auf das verweisen, was man in den Arbeiten selbst sehen konnte. …
Bei all den Arbeiten Karl-Heinz Mauermanns, die hier präsentiert sind, müssen wir uns wirklich ‘einsehen’, die Texte lesen. Ich bin sicher, daß unser Verhalten sich ändern wird, je nach Bildung, Kenntnis der Kulturgeschichte, Kenntnis von Kulturkreisen, Kulturen. … “   READ  MORE

Sven Drühl, Künstler und Kunstwissenschaftler, schrieb im Kunstforum:

„Eine weitere Motivbearbeitung, die sich inhaltlich wie bildsprachlich sehr viel weiter von den klassischen Totentänzen entfernt als die vorhergehenden Beispiele, sich aber dennoch direkt auf die Tradition bezieht, ist die in aktionistsich-konzeptuellem Kontext zu verortende Schrittchoreografie „Jede/r Pavane“ mit dem zugehörigen Diavortrag „La danse macabre“ von Karl-Heinz Mauermann. In dieser Zusammenbringung des Vergänglichkeitsgedankens und des Tanzmotivs vollführen die Betrachter ihren je individuellen Totentanz. “   READ  MORE

Der Kurator Peter Friese, Neues Museum Weserburg, Kunstverein Ruhr u.a.. schrieb:

„… Da sind zunächst die auffällig monumentalen Silhouetten, die wie eine Synthese aus menschlichem Oberkörper und einer Würfelform wirken. Das heißt, es sind eigentlich riesige Büsten mit einem an Bauhaus-Architektur erinnernden Quadratschädel. Ihre Monumentalität wirkt zugleich bedrohlich und lächerlich. Es handelt sich nämlich um wahre Pappkameraden. Tapeziert mit dem schwarzmelierten Papier von Aktenordnern, lackiert mit gräulich-bläulichem Hammerschlaglack oder gar mit schwarzglänzender teerartiger Farbe bedeckt. So wie sie im Raum stehen oder an den Wänden lehnen, wirken sie wie Attrappen einer als furchterregend zu denkenden Monumentalität. Moloche, die auf ihrem Einsatz in einer Theaterkulisse für ein futuristisches Stück warten.
Die Quadratköpfe haben den Charakter von Kästen, Kühlschränken, Datenbänken, Monitoren. Sie sind deformiert in einem zweckrationalen, das heißt den Erfordernissen angepaßten Sinne. So, als wenn eine bestimmte Qualität des Denkens zwangsläufig zu einer äußerlich sichtbaren Deformation des Schädels führen müsse. …
Mauermann’s Bild- und Sprachkombinationen gehen den Weg der unerschrockenen Neuschöpfungen und damit manchem Betrachter oder Leser direkt unter die Haut. Die gefundenen Sprachfetzen, die zum größten Teil völlig unabhängig voneinander existierenden Photos, Zeichnungen, Diagramme und Tabellen werden so miteinander verbunden, daß sie einen neuen Sinn ergeben, bisweilen auch einen souverän reflektierten Un-Sinn. Hier, in der Kombinatorik der an sich nicht zusammengehörenden Elemente, hat auch Mauermann’s Sinn für einen oftmals schwarzen Humor seinen Platz.“   READ  MORE

EnzymKultur konzipiert und realisiert Kulturprojekte. Karl-Heinz Mauermann ist aktiv in EnzymKultur.

INFOS zu: EnzymKultur

Kultur ist die Hefe im Teig – nicht Sahne auf dem Kuchen, sondern das Treibmittel für das gesellschaftliche Leben. ›EnzymKultur‹ stößt enzymatische Reaktionen an. ›Enzym- Kultur‹ ist ein Labor für Kunstprojekte.

›EnzymKultur‹ – eine Gruppe von befreundeten Künstlern, Kulturschaffenden und -Interessierten fand sich im Spätherbst 2022 zusammen und gründete den gemeinnützigen Verein EnzymKultur e.V.