Straßenköter – Kommse Ücken?
Der Straßenköter – Ein Roman
Wolfgang König, der Straßenköter, führt Menschen durch das Ruhrgebiet. Nicht zu den bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern zu unbedeutenden, vergessenen Orten: Trinkhallen, Hinterhöfen, leerstehenden Ladenlokalen und Straßen, in denen sich die Geschichten der Menschen wie Staub auf den Fassaden abgelagert haben. Auf seinen Wegen gerät er immer tiefer in ein Labyrinth aus Erinnerungen, Wahrheit und Erfindung.
Für das Buch wurden viele Recherchen durchgeführt. Besuche von Archiven, Gespräche mit Menschen, die im Ruhrgebiet leben, Foto-Sessions in den Straßen. Ein Gang führt Wolfgang König zur Bochumer Straße in Gelsenkirchen-Ückendorf.
Kommse Ücken?
Er mag täuschen, dieser erste Eindruck. … Ich bin unterwegs, um Klebeschilder, Sticker zu fotografieren. Natürlich im Kopf, daß das eine Tour werden kann. Ein Gang durch ein Museum von kleinen Bildern. Eine schöne bunte Welt. Präsentation auf kleinstem Raum. Das Museum Folkwang besitzt in seinen Archiven eine große Sammlung. In Ausstellungen sind aktuell jeweils tausend zu sehen. In den Straßen, in den Städten, in den Stadtlandschaften sind gleichwohl mehr Bilder verklebt, gleichzeitig sichtbar. Ich komme wirklich viel herum im Ruhrgebiet, doch eine solche Dichte von Werken, wie an den Laternenmasten, den Stromkästen, den Schaufenstern leerstehender Geschäfte, den Schaufenstern von Geschäften wie in der Bochumer Straße ist für mich bemerkenswert, beeindruckend.

Leerstände, Verfall, Kulturprojekte, Kneipen, Cafés, Ateliers. DAS VIERTEL BLEIBT DRECKIG: AUF DIE STRASSE – GEGEN GENTRIFIZIERUNG! Die Schrift weiß, in grauen Balken. Ein Mann von hinten, nach vorne geneigt, steht auf einem Bein, das zweite nach hinten gestreckt, hat gerade einen Stein geworfen, den Arm noch vom Wurf erhoben. Er schwarz-weiß, vor bläulich-grauer Straßenkampf-Szene. Ich denke ›Keine Macht für niemand!‹ – habe ich vor tausend Jahren gehört ›Ich bin nicht frei und kann nur wählen, | welche Diebe mich bestehlen, welche Mörder mir befehlen. | Ich bin tausendmal verblutet und sie ham mich vergessen.| Ich bin tausendmal verhungert und sie war’n vollgefressen.‹







